Der Heilungsprozess in vier Phasen:

Alle tieferen Wunden durchlaufen üblicherweise vier ineinandergreifende Phasen, bis sie vollständig ausgeheilt sind:

In der ersten Phase der Wundheilung, die bis zu fünf Tage andauert, verschließt der Körper die Wunde provisorisch. Wundsekret füllt die entstandene Lücke und die Blutgerinnung setzt ein: Blutplättchen und weiße Blutkörperchen, die durch ein Netz aus Fibrin stabilisiert werden, stoppen die Blutung. Schürfwunden werden durch das geronnene Blut wie durch ein natürliches Pflaster abgedeckt und geschützt.

Die zweite Phase setzt bereits nach 24 bis 48 Stunden ein und dient dem Säubern der Wunde: Weiße Blutkörperchen und Fresszellen sammeln sich in der Wunde. Geschädigte und zerstörte Zellen werden aufgenommen oder abgebaut, eingedrungene Keime beseitigt.

Granulationsgewebe und Epithelisierung

Während der dritten Phase – etwa drei bis sieben Tage nach der Verletzung – beginnt der Körper mit der Neubildung von Zellen, Blutgefäßen und Bindegewebe. Glatte Wundränder heilen primär: Sie wachsen durch die Bildung neuer Hautzellen einfach zusammen und die Wundheilung ist rasch abgeschlossen. Bei tiefer liegenden Wunden spricht man von sekundärer Wundheilung. Hier bilden sich die neuen Zellstrukturen ungeordnet; es entsteht zunächst das sogenannte Granulationsgewebe.

In der vierten Phase zieht sich die Wunde zusammen und das zuvor gebildete Granulationsgewebe wird zu wasser- und gefäßarmem Narbengewebe umgebildet. Das vollständige Ausreifen dieses Narbengewebes kann bis zu einem Jahr dauern. Vergehen jedoch vier Wochen nach der Verletzung, ohne dass sich Anzeichen für den einsetzenden Heilungsprozess zeigen, handelt es sich möglicherweise um eine chronische Wunde. Diesen Verdacht sollten Sie unbedingt durch einen Arzt abklären lassen.