Wundheilungsstörungen – Haut braucht Hilfe!

Verheilt eine Wunde erst mit großer Verzögerung oder gar nicht ohne medizinische Unterstützung, vergrößert sich sowohl das Risiko unschöner Narben als auch das für Infektionen und ausgedehnten Gewebeverlust. Die Ursachen für solche Wundheilungsstörungen können allgemeiner Natur oder örtlich sein:

Zu den allgemeinen Faktoren, die den Wundheilungsprozess stark beeinträchtigen, gehören eine Unterversorgung des Gewebes mit Nährstoffen oder Sauerstoff, ein schwaches oder geschwächtes Immunsystem sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten, welche das Zellwachstum hemmen, die Blutgerinnung herabsetzen oder Immunreaktionen unterdrücken. Unter- oder Fehlernährung begünstigen Wundheilungsstörungen genauso wie Erkrankungen, die eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Gewebes zur Folge haben wie z. B. Diabetes. Aber auch konstante Druckeinwirkung – bei bettlägerigen Patienten beispielsweise durch das eigene Körpergewicht – kann die Gefäße schädigen. Da im Alter die Funktion des Immunsystems und die Regenerationsfähigkeit nachlässt, heilen Wunden vor allem bei älteren Menschen schlecht.

Lokale Wundheilungsstörungen

Lokale, also örtliche Ursachen für einen zögerlichen oder stockenden Heilungsprozess können Verunreinigungen der Wunde oder Infektionen, Einblutungen und zu häufiges Bewegen und/oder Belasten des betroffenen Körperteils sein.

Zeigt sich trotz fachmännischer Wundversorgung selbst geraume Zeit nach Entstehung keine Tendenz zur Heilung, spricht man im Allgemeinen von einer chronischen Wunde. Dabei verharrt der Wundheilungsprozess im entzündlichen Stadium; der Wiederaufbau des Gewebes stagniert und die Wunde kann sich nicht schließen. Eventuell beeinträchtigen Abbauprodukte auch das umliegende, gesunde Gewebe, sodass die Wunde sich im Gegenteil noch vergrößern kann.

Eine chronische Wunde wird der Arzt behandeln, indem er die Blutzirkulation und die damit verbundene Nährstoffversorgung zu normalisieren versucht und das Wundbett so gut wie möglich saniert – also von abgestorbenem, nekrotischem Gewebe reinigt – und sie möglichst in den Zustand einer akuten Wunde überführt. Erst dann kann die nächste Stufe der Wundheilung, nämlich der Gewebeaufbau und damit der Verschluss der Wunde, erfolgreich beginnen.